Archiv der Kategorie 'Audiomitschnitte'

Israelkritik als die Fetischisierung von Staatlichkeit – Bericht und Mitschnitt des Vortrages über den Jargon der Israelkritik von Leo Elser in Freiburg

So wie der Antisemitismus die Fetischisierung der Warengesellschaft sei, so sei die Israelkritik die Fetischisierung der Staatlichkeit, erklärte Leo Elser in seinem Referat am 30. November 2012 zum Jargon der Israelkritik vor den rund 30 Zuhörenden an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Eingeladen hatte der stipendiatische Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Landesarbeitskreis Shalom der Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg und das Junge Forum der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft Freiburg.

Als zentrales Beispiel diente Elser der angebliche Tabubruch, Israel zu kritisieren. So sei die Frage, ob man Israel kritisieren dürfe, entweder unlogisch – und damit unsinnig – oder ideologisch: Entweder wird die Kritik an „Israelkritik“ als Einschränkung der Meinungsfreiheit verstanden, dann wären die „Israelkritiker“ aber keine Tabubrecher, sondern würden wiederum die Kritik an „Israelkritik“ selbst tabuisieren wollen, oder sie zielt auf die Leugnung oder Relativierung des Holocausts ab, weil dies de jure das einzige Tabu in diesem Zusammenhang darstellt.

Trotz der zahlreichen Konflikte auf der Welt gäbe es eine Fokussierung auf Israel. Diese Auswahl zeige, dass es nicht um Kritik gehe, sondern lediglich um die Meinung über Israel, die jedoch keinesfalls auf Erfahrung oder Wissen beruhe. Kritik hingegen wolle den Gegenstand auf seine Unwahrheit überführen. Israelkritik sei deshalb unwahr, weil sie die allgemeine und generelle Gewalt zwischen den Staaten verdränge und stattdessen die Obsession herrsche, diese verdrängte Gewalt nur noch am Staat Israel festzumachen, so Elser.

[Download: Jargon der Israelkritik]

Audiomitschnitt: Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus

Am 13. April 2012 fand in den Räumen der Berliner Amadeu Antonio Stiftung der Vortrag von Sebastian Voigt unter dem Titel „‚Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?‘ – Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus“ statt. Eingeladen hatte der AK Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa Luxemburg Stiftung und der Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend Solid Berlin.

Sebastian Voigt erklärte anhand der Occupy-Bewegung und der Gewerkschaften, dass nicht jede Ablehnung des Kapitalismus fortschrittlich sein müsse. Anstatt die Ausbeutungsverhältnisse als wertförmig vermittelt zu begreifen, würden konkrete Verantwortliche für soziale Missstände gesucht. Mit dieser Personalisierung kapitalistischer Verhältnisse gehe oftmals eine moralisierende Kritik einher. Dies könne bis zur Gegenüberstellung von „ehrlicher deutscher Muskelkraft“ einerseits und „parasitären Kasinokapitalismus“ andererseits führen, obwohl Produktion und Zirkulation miteinander einhergingen, so Voigt.

Dies sei daher auch das Einfallstor für Formen des ressentimentgeladenen Antikapitalismus. So würden beispielsweise die negativen Aspekte kapitalistischer Vergesellschaftung pauschal den USA oder den Juden zugeschrieben. Auf Moshe Postone verweisend könne so der moderne Antisemitismus als biologisierter Antikapitalismus verstanden werden, wobei Oberflächenphänomene wie der Zins, der Börsenhandel etc. mit dem „internationalen Judentum“ identifiziert werden. Solche Denkweisen seien in der Occupy-Bewegung vertreten und würden oftmals nicht sanktioniert, wie Voigt veranschaulichte.

Audiomitschnitt der Veranstaltung „‚Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?‘ – Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus“

Audiomitschnitt »Mythos ›Nakba‹«

Am 4. November 2011 war Alex Feuerherdt vom AK Antisemitismus nach Berlin geladen und referierte vor etwa 80 Gästen in den Räumen der Amadeu-Antonio-Stiftung zum Thema »Mythos ›Nakba‹ – Die Entstehung Israels – Legenden und Wirklichkeit«. Im ersten Teil seines Referats führte er aus, wie sich die unmittelbare Vorgeschichte der Gründung des jüdischen Staates sowie die Ereignisse des israelischen Unabhängigkeitskrieges zugetragen haben und warum vor diesem Hintergrund das Geschwätz von der ›Nakba‹ durch palästinensische Araber und ihre globalen Unterstützer als nichts denn antiisraelische Propaganda zu begreifen ist. Im zweiten Teil stand dann die Frage im Mittelpunkt, warum die antisemitischen Lügen, die im ›Nakba‹-Geschwätz ihren Ausdruck finden, gerade in Deutschland so unheimlich beliebt sind und sich gegen jegliche Aufklärungsversuche als resistent erweisen. Ein Audio-Mitschnitt dieser Veranstaltung kann nun hier heruntergeladen werden:

Audiomitschnitt der Veranstaltung »Mythos ›Nakba‹«

Feindbild Israel – Audiomitschnitt verfügbar

Am 19. März 2011 referierte Tilman Tarach zum Thema »Feindbild Israel – Der ewige Sündenbock« im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin. Ein Mitschnitt des Referats sowie der anschließenden Diskussion steht nun hier zur Verfügung:

Vortrag:

Diskussion:

Feindbild Islam? – Bericht zur Veranstaltung

Am 8. Januar 2011 fand die Veranstaltung »Feindbild Islam?« mit Floris Biskamp im KIZ des Karl-Liebknecht-Hauses statt. Eingeladen wurde er vom stipendiatischen Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Bundesarbeitskreis Shalom innerhalb der Linksjugend [’solid]. Mehr als 40 ZuhörerInnen kamen zur Veranstaltung.

Zentrales Anliegen war es, Islamkritik vom antimuslimischen Ressentiment abzugrenzen. Hierbei erörterte Floris die Merkmale, die antimuslimische Ressentiments erkennbar machen. Auf der einen Seite illustrierte er, wie der Islamophobie-Vorwurf politisch in Stellung gebracht wird, um Kritik am Islam abzuwehren. Auf der anderen Seite verdeutlichte er, dass ein Leugnen antimuslimischer Ressentiments nicht dem wirklichen gesellschaftlichen Klima entspricht. Diesbezüglich schnitt Floris an, wie sich dieses Ressentiment in der Gesellschaft verankern kann und wie es politisch einzuordnen ist. Abschließend unterstrich er die Unterschiede von Antisemitismus und antimuslimischem Ressentiment.

Ein Audiomitschnitt der Veranstaltung kann hier angehört werden: